AUS DEM AKTUELLE SOLARSPAR-MAGAZIN NR. 2 2017

Sonnenstrom zuhause aufbewahren

Für die Förderung erneuerbarer Energien werden Solarstrombatterien immer zentraler. Um einen Überblick über die heute in der Schweiz gängigen Produkte und die zu erwartenden Anschaffungskosten zu haben, hat Solarspar bei der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, ZHAW, eine Studie zu Home-Batteriespeicherprodukten in Auftrag gegeben. 

 

ES. Gerade für kleinere Bauten und Einfamilienhäuser ist der Eigenverbrauch des Sonnenstroms aus der eigenen PV-Anlage oft erst zu einem kleinen Grad möglich. Die Sonne liefert uns nicht unbedingt dann Strom, wenn wir ihn nutzen könnten. Franz Baumgartner, Mitautor der Studie und Dozent für Erneuerbare Energien und Elektronik an der ZHAW, hält denn auch fest: „Photovoltaikanlagen generieren viel Strom über Mittag – verbrauchen würde man ihn hingegen gerne über den Tag verteilt. Batteriespeicher wären eine Lösung, sind aber noch teuer.“

In der Schweiz sind heute eine Reihe von Heimbatteriespeichern im Angebot. Dieser Tage hatsogar Swisscom angekündigt, dass sie ein Produkt für Private auf den Markt bringen wird. Und die Nachfrage wächst tatsächlich. Denn mit einer Speicherlösung kann die Nutzung des selber günstig und emissionsfrei produzierten Stroms aus der PV-Anlage massiv gesteigert wer- den. Bei einem Jahresstrombedarf von 5200 Kilowattstunden – das entspricht in etwa dem Verbrauch in einem Einfamilienhaus – können mit einer 5kWp-Photovoltaikanlage ohne Batteriespeicherung nicht einmal 30% des Solarstroms selber genutzt werden. Wird eine Batterie eingesetzt, erhöht sich dieser Wert auf 70 bis 80%.

Franz Baumgartner hat auch die Installationskosten untersucht: „In der Schweiz belaufen sie sich heute im Mittel auf 2 000 Franken, wobei die Kosten von Projekt zu Projekt variieren.“ Er kritisiert in der Solarspar- Studie aber, dass die Anbieter bisweilen von Zahlen ausgehen, die er als zu günstig erachtet. Eine genaue Berechnung erfordert, dass der kWh-Solarstrompreis und die Lebensdauer der Batterie nicht zu optimistisch berechnet werden. Der Energieexperte warnt denn auch: „Die Kunden sollten stets mit realistischen Wirtschaftszahlen informiert werden. Sie kaufen Heimbatteriespeicher im Regelfall aktuell auch, wenn der Preis höher liegt. Verflüchtigen sich die zu euphorischen Zahlen dann wie eine Blase, sind sie enttäuscht.“

Durch den Einsatz eines Batteriespeichers muss zwar weniger Solarstrom ins Netz eingespeist und es können Strombezugskosten eingespart werden. Daraus resultiert aber bei einem relativ geringen Verbrauch nur eine eingeschränkte Wirtschaftlichkeit. Trotzdem sind die Autoren zuversichtlich: „Zukünftig werden mit der Entwicklung der Elektromobile auch die PV-Homespeicher günstiger werden. Allerdings werden die Installationskosten nicht so drastisch gesenkt werden können. Die Netzanschlussgebühren werden auch bestehen bleiben, um das Verteilnetz aufrecht zu erhalten, speziell um die Versorgung in den Wintermonaten zu garantieren.“

Zu hohe Erwartungen also zu einem (noch) hohen Preis? Bedingt – denn es geht nicht immer ausschliesslich um effektive Kosteneinsparungen. Auch wenn sich die Anschaffung einer Solarspeicherbatterie umgerechnet in Franken heute noch nicht immer lohnt, so ist sie doch ein Beitrag zur Energiewende. Es braucht eben auch Pionierwillen – davon ist Solarspar überzeugt.