Geschichte

Der Name «Solarspar» war immer auch Programm in den ersten Jahren. Die Philosophie der Gründer war einfach: Die sauberste und günstigste Energiequelle ist die Energieeffizienz. Was noch gebraucht wird, wenn diese Quelle konsequent ausgeschöpft ist, kann und soll die Sonne liefern. Diesem Motto sind wir seit 1993 über alle Jahre treu geblieben. Die Umsetzung haben wir der Zeit angepasst.

«Die sauberste Energie ist die, die wir einsparen oder solar erzeugen.»

So wurden Anfang der Neunzigerjahre GründungsgenossenschafterInnen für Solarspar gesucht.

«Sie bestimmen, in welches Projekt Sie investieren möchten, sei es in Ihrer Gemeinde oder in ein von uns vorgeschlagenes Projekt. Ihr Anteil wird in Sparen und Produzieren aufgeteilt. Der so eingesparte oder produzierte Strom fliesst in Form einer Art Dividende an Sie zurück.» Mit diesen Worten wandten sich 1993 Beat Andrist von der Elektra Baselland und der Öko-Kommunikationsberater und Unternehmer Hans Jörg Luchsinger an einen breiten Kreis Interessierter.

Im März 1993 gingen Andrist und Luchsinger erfolgreich auf die Jagd nach Gleichgesinnten, die mit ihnen die Genossenschaft Solarspar aus der Taufe heben würden. Vorab ging es darum, Geldmittel einzuwerben für die Finanzierung von Solaranlagen und Energieeffizienzmassnahmen. Die Genossenschafter der SSGN – Energieverteiler wie die Elektra Baselland Liestal und die Elektra Birseck/Münchenstein sowie Institutionen und Firmen, denen die Ziele rationeller Energienutzung ebenfalls ein Anliegen sind – möchten durch geeignete Sparmassnahmen und eine schonende, dezentrale Elektrizitätserzeugung zu einer vernünftigen Nutzung von Energie beitragen. Mit Investitionen in bestehende oder geplante rationelle Energienutzungen und durch finanzielle Beteiligungen an Photovoltaikanlagen in der Region.

 

Solarspar gegen drohende Energieverschwendung

Ab 1990 wurde Energie immer günstiger. Die Erdölförderländer hatten die Hahnen aufgedreht und überschwemmten den Westen mit billigem Schwarzem Gold. Zudem sorgte eine lang anhaltende wirtschaftliche Rezession dafür, dass die Energienachfrage zurückging, was den Druck auf die Erzeuger erhöhte. In dieser Situation wollte Solarspar helfen, zusätzliche Mittel für Erfolg versprechende Investitionen bereitzustellen. «Neben der Solarenergie darf das Energiesparen nicht zu kurz kommen», begründete Luchsinger damals die doppelte Zielsetzung der neuen Organisation. Gründungsvorstände neben Andrist und Luchsinger waren der Solarmobilpionier Paul Schweizer sowie der Liestaler Architekt Andreas Rüegg.

Ein knappes Vierteljahrhundert später haben die Solarsparer Höhen und Tiefen durchmessen. Engagierte Vereinsvorstände haben sich seither im Leitungsgremium abgewechselt und entwickelten die Organisation zu einem starken Solarenergiepartner für Interessierte in der ganzen Schweiz. Geschäftsführer Markus Chrétien gelang es in den vergangenen Jahren, Solarspar zu konsolidieren und zu einem anerkannten Projektentwickler für Solarenergieanlagen aufzustellen. Für den Präsidenten Peter M. Wettler gilt es heute, Solarspar «in der Energiewende richtig zu positionieren. Denn jetzt können wir von unserer Professionalität profitieren und unsere reichhaltigen Erfahrungen ernten.»

 

Klimaschutz zum Nulltarif

Um die Energieeffizienz populär zu machen, entwickelte Solarspar ein ausgeklügeltes Vertragswerk, den EnergieCheck. Damit wurden Gemeinden, Unternehmen, Schulen oder Spitäler überzeugt, ihre wirtschaftlichen Sparmassnahmen kostenneutral auszuschöpfen. Die Solarspar analysierte den Energieverbrauch und schlug Sparmassnahmen vor, setzte sie auf Wunsch auch um und finanzierte sie vor. Die Investitionen wurden über die gesparten Energiekosten abgegolten.

Kosten gespart und den CO2-Ausstoss zum Teil beträchtlich gesenkt haben bislang u.a. die Walliser Gemeinden Leuk, Brig und Naters, das St. Clara Spital Basel, das Naturfreunde Zentrum Wildhaus, die Gewerbeschule Muttenz, die Jugendherberge Davos, die Gemeinden Seuzach und Bonstetten.

Inzwischen hat sich die Energieeffizienz etabliert, inklusive Förderprogramme von Bund und Kantonen. Deshalb hat der Verein Solarspar, getreu seiner Pionierhaltung, die Aktivitäten auf diesem Feld eingestellt und widmet sich nun in erster Linie seinen fünf Hauptgeschäftsfeldern.

 

Was wir zudem erreicht haben: 

Mit PowerCondenser klug heizen

Solarspar bot und bietet auch Hand, wenn für die Entwicklung überzeugender Klimaschutztechnologie das nötige Kapital fehlt, um sich auf dem Markt zu etablieren. So haben wir beispielsweise den Bau des POWERcondenser unterstützt, der die Kondensationswärme der Heizung nutzt und damit rund 8 % Öl oder Gas spart, den CO2-Ausstoss um 8 % und die Luftschadstoffe um bis zu 15 % reduziert.

Mit der Sonne duschen

Um die Investitionshemmschwelle für EinfamilienhausbesitzerInnen zu überwinden, setzte Solarspar einige Zeit auch bei Solaranlagen aufs Contracting und finanzierte Anlagen für Warmwasseraufbereitung vor. Das sonnenwarme Wasser vom Dach kostet je nach Anlage weniger als zwei Franken pro Tag mehr als aus dem Elektroboiler. Diese Aktion wurde vom Projekt "100 jetzt!" abgelöst.

«100 jetzt!»

Dank der vom Verein Solarspar 2007 zusammen mit IEU lancierten Solardach-Aktion «100jetzt!» sind in verschiedenen Regionen innerhalb kurzer Zeit fast 900 Solaranlagen auf Hausdächern montiert worden. Dort sorgt die Sonne zuverlässig und kostengünstig für warmes Wasser.

Ursprüngliche sollten 100 HausbesitzerInnen in der Gemeinde Sissach davon überzeugt werden, auf dem Hausdach Sonnenkollektoren fürs Warmwasser zu installieren. Rasch kamen weitere Gemeinden und Kantone dazu. Ende 2008 haben sich bereits 43 Gemeinden am Programm beteiligt und Informationsanlässe durchgeführt, an denen über 6000 Interessierte teilgenommen haben. Auch das Ziel, «100jetzt!» über das Baselbiet hinaus in die ganze Deutschschweiz zu tragen, konnte im 2008 erreicht werden. Mittlerweile wurden auch in Solothurner Gemeinden, dem Versorgungsgebiet der AEK, sowie in Winterthur bereits rund 100 Solaranlagen im Rahmen der Aktion installiert.

Trägerin des Projektes war «Energiezukunft Schweiz»:

«Das in drei Kantonen durchgeführt Solardachprogramm war ein voller Erfolg und wurde am 26. September 2010 abgeschlossen. Im Rahmen des Förderprogramms wurden nahezu 900 thermische Solaranlagen gebaut und mancherorts eine regelrechte Solareuphorie ausgelöst. 59 Gemeinden aus dem Kanton Basel-Land, Solothurn und Zürich haben sich an 35 Informationsveranstaltungen beteiligt und über 1‘600 Solarberatungsanfragen ausgelöst.»