Durchblicken und Handeln

Bild: Collage Climate Ticker
Bild: Collage Climate Ticker

Nur wer den Durchblick hat, kann den Hebel am richtigen Ort ansetzen. Und genau das will die Klima-Allianz mit ihrem Klima-Ticker bewirken. Damit der auch wirklich zu ticken beginnt, fehlt nicht mehr viel. Die Finanzierung des vielversprechenden Projekts geht jetzt in den Endspurt: Per Crowdfunding müssen in nicht mehr ganz drei Wochen noch 10’000 Franken zusammenkommen.

Mit dem Geld will die Klima-Allianz eine neue Plattform eröffnen, die mehr Transparenz in der lokalen Klimapolitik ermöglicht und konkretes Handeln anstösst. Man muss nicht richtig tief in die Taschen greifen, wichtiger ist, dass möglichst viele mit einem Zustupf signalisieren, dass Klimaschutz trotz multipler anderer Krisen an vorderster Stelle steht.

 

In der Klima-Allianz sind alle dabei, die sich in der Schweiz mit dem Thema beschäftigen, mehr als 140 Organisationen von A wie Ärztinnen für Umweltschutz, über S wie Solarspar bis Z wie Zukunft ohne Kohle. Gemeinsam laden sie alle Interessierten ein, über «we make it» das Projekt Klima-Ticker crowd zu funden, wie das so schön heisst. Wird der angestrebte Betrag von 25’000 Franken erreicht, verdoppelt der Impact Fund die Summe.

 

Der Klima-Ticker schafft mehr Transparenz und erleichtert das aktive Mitmachen auf Gemeinde- oder Kantonsebene. Und das tut auch dringend Not, denn laut Germanwatch ist die Schweiz im internationalen Vergleich im letzten Jahr von Rang 23 auf Rang 51 abgestürzt, was die nationale Klimapolitik angeht. Auf der kommunalen Ebene gibt es grosse Unterschiede. Die Wankelmütigkeit des Bundesparlaments erzeugt kaum politischen Druck zu Handeln. Dabei sind es Gemeinden und Kantone, die den Geldsack kontrollieren: Sie verfügen über zwei Drittel der öffentlichen Mittel. 

 

Hier setzt die Klima-Allianz mit ihrer neuen Plattform an. Sie erhebt die nötigen Daten, damit alle Interessierten die lokale Klimapolitik verstehen, bewerten, vergleichen und im besten Fall mitprägen können. Die allen zugängliche Plattform ermöglicht es engagierten Gemeindemitgliedern ganz konkret in der Klimapolitik mitzureden, Vorschläge einzubringen, Verbesserungen vorzuschlagen. 

 

Nur wer den Durchblick hat, kann auch den Hebel richtig ansetzen. Das macht der Klima-Ticker möglich. Die Idee ist bestechend, denn Transparenz ist auch in der Schweizer Politik keine Selbstverständlichkeit. Deshalb werden auch die erhobenen Daten allen zugänglich gemacht: Privatpersonen, NGOs, Wissenschaft oder Medien. Sie lassen Vergleiche zu, sie inspirieren nicht nur zum Handeln sondern vermitteln konkrete Handlungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene. 

 

Der Klima-Ticker will als Beschleuniger funktionieren und dem «Ich kann ja doch nichts machen» entgegenwirken. Die Plattform soll im nächsten Jahr schweizweit eingeführt werden. Mit dem angestrebten Crowdfunding-Ziel wird die erste Version fertig entwickelt und in drei Gemeinden getestet. 

 

Sie sind herzlich eingeladen, dem schönen Projekt, das dem weit verbreiteten Gefühl der Machtlosigkeit etwas Konkretes entgegensetzt, über die Ziellinie zu verhelfen. 

Christa Dettwiler